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Gabriele Giesel lebt in Zörbig... und gilt als Mutter der Igel. Denn im Jahr 2003 fand sie einen kranken Igel und päppelt ihn mit viel Wärme und Liebe wieder auf. Seitdem kümmert sie sich um kleine, schwache Igel, die allein nicht überleben würden. Vor allem vor Winterbeginn bekommen die stacheligen Vierbeiner nicht nur ein sicheres Versteck, sondern auch genug zu futtern für den wichtigen Winterspeck.

Zurzeit leben vier Igel in der Pension. Hansi, Max, Moritz und Pumuckl sind seit einem Monat in Pflege. Durch den trockenen Sommer kämpfen Igel zurzeit besonders ums Überleben. Sie finden kaum Futter in den harten Böden und haben keine Wasserpfützen zum Trinken. Deshalb werden die Vier den ganzen Winter bei ihr bleiben.

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Gabriele Giesel pflegt seit 2003 Igel in ihrer Igelpension

In den letzten 16 Jahren waren schon rund 180 Igel in der Pflege. Viele Igel werden im August geboren und nach nur sechs Wochen verschwindet die Mutter. Wenn die Kleinen bis dahin nicht genug an Gewicht zugenommen haben, überleben die nachtaktiven Tiere nicht. Glück, wenn sie dann zu Gabriele Giesel kommen.

Was tun, wenn Sie einen Igel finden?

Wenn Sie einen kleinen Igel finden, checken Sie, ob sich die Mutter in der Nähe befindet. Gibt es keine Spur von ihr, dann kümmern Sie sich gern um den Kleinen. Bringen Sie ihn ins Warme. Ein Karton, Handtücher oder sogar eine Wärmeflasche sind hier sehr hilfreich. Bieten Sie dem Igel Wasser und etwas zu fressen an, wie z. B. Katzenfutter. Igel brauchen 600 bis 700 Gramm, um den Winterschlaf zu überleben.

  • Was Igel fressen dürfen und sollen:
    getrocknete Käfer, Larven, Mehlwürmer aus dem Zoogeschäft, Katzentrockenfutter und Katzennassfutter, Wasser, Nüsse, Haferflocken, kleine Mengen Bananen oder Birne
  • Was Igel nicht fressen dürfen:
    Milch, Fleisch (vor allem kein Rind und Schwein), Salatblätter

Finden Sie einen verletzten Igel, dann bringen Sie diesen am besten gleich zum Tierarzt.

Igelfreundlicher Garten

Sie können Igel nicht nur in akuter Not helfen, sondern auch indirekt, indem Sie eine igelfreundliche Umgebung schaffen, z. B. im Garten. Igel mögen...

  • einen naturbelassenen Garten
  • Laubhaufen
  • kleine Unterkünfte (kleine Hütte aus Ziegelsteinen bauen, wasserdicht abdecken, mit Laub füllen)
  • frisches Trinkwasser
  • durchlässige Zäune

Hingegen gefährlich sind für Igel nicht abgedeckte Teiche und Gruben. Achten Sie darauf, dass Teiche eine Ausstiegsmöglichkeit haben, denn Igel können durchaus schwimmen. Aber auch ausgelegtes Rattengift stellt für Igel eine große Gefahr dar. Wenn Sie Laubhaufen entfernen, dann seien Sie besonders vorsichtig - denn ein Igel könnte ihn als Winterversteck nutzen.

Übrigens: Igel sind eine besonders geschützte Art. Sie dürfen nicht gefangen werden!