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(Bild: © Stefan Merkle)

Das hat Bildungsminister Marco Tullner zugegeben. Neueste Zahlen machen deutlich, wie ernst die Lage ist. Auch wenn sich kein Lehrer krank meldet, reicht es nur, um 96 Prozent der nötigen Schulstunden zu geben. Im Umkehrschluss heißt das: jede 20. Stunde fällt landesweit aus. Noch dramatischer ist die Situation an den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen.

Die realen Zahlen sind noch schlimmer. Denn dazu kommen noch krankgeschriebene Lehrer oder Lehrer in Elternzeit. Tullner sagt: "Das wird sich voraussichtlich auch erst in der Mitte des nächsten Jahrzehnts spürbar bessern." Aktuell studieren zwar viel mehr junge Leute auf Lehramt, aber es dauert, bis die fertig sind und als Lehrer an den Schulen anfangen können. Die Lehrergewerkschaft GEW wirft dem Bildungsminister vor, bei der Personalsuche zu wenig zu tun. Ältere Lehrer gehen häufig früher in Rente als vorgesehen. Dazu kommen 400 Langzeitkranke.

Sprunghaft steigend ist außerdem die Zahl der werdenden und frischgebackenen Eltern, so das Bildungsministerium. Es fehlt nicht an Geld oder Stellen, sondern an geeigneten Bewerbern, sagt Tullner. Aktuell sucht Sachsen-Anhalt gut 850 Nachwuchskräfte. Erst 2024 entspannt sich die Situation etwas. Dann kommen die verstärkten Studierenden-Jahrgänge von den Unis. Sachsen-Anhalt hat die Zahl der Plätze seit 2016 stufenweise von 550 und 800 auf jetzt mehr als 1.000 aufgestockt.